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Vor Ort - Die Firma Spaeter setzt auf Wanko.

Mit dem Tourenplanungssystem PraCar und der darin integrierten Telematiklösung PraBord digitalisiert die Schweizer Spaeter Gruppe ihre Transportlogistik und sorgt an sämtlichen Logistik-Standorten für einheitliche Standards.

Praxisbericht | Spaeter | | Artikel von Marcus Walter, Freier Journalist
Wanko Anwenderbericht der Spaeter Gruppe ueber den Einsatz unserer Logistiksoftware

Über seinen Fuhrpark ist Fredy Gmünder heilfroh. Der Logistikleiter der Spaeter Gruppe (s. Kasten) ist davon überzeugt, dass das Liefern bis zur letzten Meile zu den Kernkompetenzen des auf Stahl, Bau und Haustechnik spezialisierten Unternehmens zählt. "Fahrer wirken wie eine Visitenkarte, denn sie sehen unsere Kunden häufiger als unser Außendienst", bekräftigt Gmünder, der nur fünf Prozent der Versandmenge an externe Transportpartner vergibt. Nur zum Abfedern von Nachfragspitzen und für Kleinstmengen an entlegene Orte lässt er Dienstleister beauftragen. Die übrigen 95 Prozent befördert die Spaeter Gruppe mit den eigenen 75 Lkw, die an den sechs Schweizer Standorten stationiert sind.


Direkter Vergleich
Um die Disposition der Fahrzeuge zu optimieren, suchte man im April 2016 nach einer Alternative zu der bis dahin eingesetzten Lösung auf SAP-Basis. "Wir wollten eine unabhängige Software, die sich an die Besonderheiten unserer Branchen anpasst", betont Disponent Hans-Peter Ritter, der gemeinsam mit seinen Kollegen von Anfang an in das IT-Projekt einbezogen war. Der gebürtige Österreicher ist Teamchef der dreiköpfigen Disposition am Standort Nänikon. Im Rahmen eines Workshops konnte er sich von den Leistungsmerkmalen verschiedener Tourenplanungssysteme überzeugen und diese direkt miteinander vergleichen.
An der internationalen Ausschreibung hatten sich vier Software-Anbieter beteiligt, von denen sich am Ende die Wanko Informationslogistik mit dem Tourenplanungs-System Pracar und der darin integrierten Telematiklösung Prabord durchsetzen konnte. "Uns gefielen die einfache Bedienung, die hochentwickelten Optimierungs-Algorithmen und die vielen Referenzen aus der Stahl- und Haustechnikbranche", erinnert sich Gmünder, der die Anwendung bereits bei einem früheren Arbeitgeber kennen und schätzen gelernt hatte.


Schnittstelle zu SAP
Nach dem offiziellen Projektstart im Juli wurden die ersten Niederlassungen schon im Oktober 2016 auf Pracar und Prabord umgestellt. Vorangegangen war eine dreitägige Schulung und eine anschließende zweiwöchige Lernphase. Zu den Pionieren zählten die in der Deutschschweiz liegenden Standorte Nänikon, Birsfelden, Chur und Sins. Bis zu 38 Abladesetellen und diverse Liefer-Restriktionen werden hier jetzt mit Hilfe von Pracar zu optimierten Touren verarbeitet. Danach werden die Ergebnisse via Schnittstelle an das von SAP stammende Lagerverwaltungssystem übermittelt. Somit stehen die Sendungsdaten unmittelbar nach Abschluss der Disposition für die Beladung bereit.
Andere Abteilungen können gemäß ihrer SAP-Zugriffsrechte den Prozess verfolgen und feststellen, welche Packstücke bereits verladen wurden. "Jetzt informieren sich die Kollegen aus der Vertriebsabteilung direkt via SAP über den Sendungsfortschritt und können Kundenanfragen schnell und kompetent beantworten, ohne dafür erst in der Disposition anrufen zu müssen", erklärt Gmünder, dessen Mitarbeiter dadurch deutlich entlastet wurden.


Früh informiert
Sobald die abendliche Beladung abgeschlossen ist, erhält der Fahrer die komplette Ladeliste mit allen Tourdaten auf sein Endgerät gesendet. Hier entschied sich Spaeter für Handheld-Computer vom Typ Zebra TC75, die mit einer von Wanko entwickelten App ausgestattet wurden. Auf diese Weise wissen die Fahrer schon am Vorabend, was am nächsten Tag auf sie zukommt und wann ihre Tour startet.
Wenn es dann soweit ist, startet am Handheld die Navigation entlang der optimierten Fahrstrecke. Am Ziel angekommen dient das TC75 zum Quittieren des Auftrags per Unterschrift auf dem Touch-Display. Unregelmäßigkeiten wie unvollständige Sendungen oder Transportschäden können dabei dokumentiert werden. Der aktuelle Tour-Fortschritt samt aktueller Positionsdaten des Lkw kann währenddessen in Echtzeit am Dispositions-Bildschirm verfolgt werden.


Papierloser Prozess
Die Ablieferquittung wird mit einem Zeitstempel unmittelbar nach der geleisteten Unterschrift an Pracar und von dort an SAP übertragen, wo der abgeschlossene Auftrag sofort fakturiert werden kann. Der gesamte Prozess funktioniert papierlos, was nicht nur die Umwelt, sondern auch die Verwaltung entlastet. Jedes digitale Dokument wird sicher und leicht auffindbar bei Spaeter archiviert, wobei die Kunden nach wie vor auf einen Lieferschein aus Papier bestehen.
Die Wanko-Lösung verbindet aber nicht nur die verschiedenen Abteilungen, sondern auch die einzelnen Standorte. "Jetzt haben wir den permanenten Überblick über die Einsatzpläne, Tour-Fortschritte und aktuellen Standorte aller Fahrzeuge, die innerhalb der Spaeter-Gruppe mit Pracar disponiert werden", stellt Ritter fest. Durch diese standortübergreifende Transparenz wird zum Beispiel verhindert, dass zwei Niederlassungen dieselben Zielgebiete ansteuern. "Solche Überschneidungen gab es früher hin und wieder bei den nur rund 50 Kilometer auseinander liegenden Standorten Nänikon und Sins, die mit Baustahl und Haustechnik ein fast identisches Sortiment anbieten", erklärt Ritter.


Zentral disponiert
Mit Pracar war es nun möglich, die Disposition beider Standorte in Nänikon zu zentralisieren. "Dadurch konnten wir Leerfahrten reduzieren und die möglichen Synergien besser nutzen", sagt Gmünder. An den Standorten Chur und Birsfelden werde es aber auch in Zukunft eine eigene Disposition geben. Dies hängt zum einen mit den unterschiedlichen Sortimenten und zum anderen mit den geographischen Besonderheiten der jeweiligen Liefergebiete zusammen. "In Chur haben wir es nicht selten mit witterungsbedingten Sperrungen der umliegenden Bergstraßen zu tun", erklärt Gmünder. Vor diesem Hintergrund müsse die Disposition möglichst nah am Geschehen sein.
Unabhängig von der Zentralisierung der Standorte profitierte Spaeter schon im ersten Jahr der Umstellung von erheblichen Einsparungen, die sich aber noch nicht exakt beziffern lassen. Fest stehe, dass "die Zahl der geleisteten Überstunden deutlich zurückgegangen ist und die Kommunikation wesentlich ruhiger abläuft." Sämtliche Besonderheiten der geplanten und laufenden Touren werden jetzt exakt in Pracar abgebildet, was nicht zuletzt auch die Arbeits-Übergaben zwischen den Disponenten vereinfache. "Was früher bis zu 20 Minuten in Anspruch nahm, dauert jetzt nur noch eine Minute", bestätigt Ritter.


Übergreifend transparent
Ein weiterer Effekt der Wanko-Lösung ist, dass damit die Voraussetzungen für den nächsten Entwicklungsschritt der Spaeter-Gruppe geschaffen wurden. Ab Mai 2018 sollen nämlich die bisher noch unabhängigen Tochtergesellschaften in der Deutschschweiz zu einer nach Sparten organisierten Gesellschaft zusammengefasst werden. Von den betroffenen Mitarbeitern verlangt dies ein Umdenken, dass durch die standortübergreifende Transparenz der Disposition unterstützt wird. "Dank Pracar leben unsere sechs Disponenten in der Deutschschweiz die Umstrukturierung schon heute und sind der Entwicklung einen Schritt voraus", meint Gmünder.


Hintergrund: Spaeter Gruppe
Die Wurzeln der Spaeter Gruppe mit Sitz in Basel führen ans Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als Carl Spaeter eine Eisengrosshandlung in Koblenz gründete. 1901 eröffnete er in Basel und Birsfelden eine Zweigniederlassung. In der Folge entwickelten sich in Deutschland und in der Schweiz parallel zwei unabhängige Unternehmungen.
In den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts begann die Carl Spaeter AG, sich durch Akquisitionen von regional tätigen Stahlhändlern in der Schweiz zu vergrößern. Auch das Angebot wurde sukzessive ausgebaut. Rund um den Stahl wurden weitere Sortimentsbereiche eingeführt. Die Gliederung in die organisatorischen Einheiten Stahl, Bau und Haustechnik wurde gruppenweit umgesetzt. Die Marktposition der Spaeter Gruppe als einer der drei Top-Zulieferfirmen in der Schweiz für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie die Industrie wurde gefestigt.
Zur Spaeter Gruppe Schweiz gehören sechs Unternehmungen, die an 26 Standorten in der gesamten Schweiz tätig sind.

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