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Das Lager der Zukunft

Ein Gastbeitrag des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik über zukünftige Herausforderung der modernen Lagerhaltung und wie diese bewerkstelligt werden können.

Fraunhofer | Institut | Materialfluss | Logistik | Lager | Zukunft | Logistik Life | Wanko | | Article by Tobias von Preetzmann; wissenschaftliche Hilfskraft, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Kira Schmeltzpfenning, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
FLIP® - Flexible Lifter for Intralogistics and Production (© Fraunhofer IML)

Nie zuvor ist die technologische Entwicklung so schnell vorangeschritten wie heutzutage. Insbe-sondere in der Logistik bieten sich durch diesen technologischen Fortschritt gewaltige Potenziale für die Zukunft, die genutzt werden müssen, um die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können. Ein immer breiteres und schneller wechselndes Produktspektrum mit volatilen Bedarfen, steigender Individualisierung und kürzeren Reaktions- und Lieferzeiten, Globalisierung und Urbanisierung resultieren in einem immer stärker ansteigenden Frachtaufkommen und höherer Leistungsanforderungen der Lager. Demgegenüber steht ein wachsender Fachkräftemangel durch den demographischen Wandel.

Mehr Arbeit mit weniger Arbeitskraft kann nur bis zu einem bestimmten Grad durch eine Optimie-rung der bestehenden Prozesse erreicht werden. Leistungssteigerungen über diesen Punkt hinaus erfordern den Einsatz neuer Prozesse und Technologien, die zukunftsfähig sind. Genau hier stellt sich die Frage „Was bedeutet Zukunftsfähigkeit?“. Unter Betrachtung der eingangs genannten Rahmenbedingungen, muss ein Lager mit zukunftsfähigen Prozessen und Technologien jene Her-ausforderungen bewältigen können, die durch Änderungen des Umfeldes und des Marktes ent-stehen. Das Lager der Zukunft muss somit ein hohes Maß an Flexibilität, sowohl in der allgemeinen Lagerkapazität und -leistung als auch in den einzelnen Handlingprozessen aufweisen, um schnell auf wechselnde Umstände reagieren zu können

Hierfür eignen sich flexible und skalierbare Lager- und Fördertechniken, welche durch Plug & Play Verfahren kurzfristige, temporäre Erhöhungen der Leistung ermöglichen. Klassische automatische Kleinteilelager (AKL) mit Regalbediengeräten werden zu Gunsten der Skalierbarkeit durch AKLs mit Shuttle-Lösungen ersetzt. Lagertechniken wie das AutoStore® System ermöglichen eine kompakte Lagerung auf kleinstem Raum und bieten die Möglichkeit, Kapazität und Geschwindigkeit während des laufenden Betriebs zu erweitern. Das Skypod-System von Exotec Solutions verbindet die Vor-teile eines fahrerlosen Transportsystems mit einer Shuttle-basierten Lagertechnik. Die mobilen Roboter entnehmen Warenbehälter aus Regalen mit bis zu 10 Metern Höhe und transportieren diese auch außerhalb der Lagertechnik bis hin zu den Kommissionierern.

An angewandten Forschungsinstituten wie dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML wird zudem an Lager- und Fördertechnik gearbeitet, die komplett auf die umgebende Infrastruktur, den festverbauten Stahlbau verzichten können. Mit Hilfe von SAM, der „Stack Access Machine“ lassen sich beispielsweise einzelne Behälter künftig vollautomatisch aus aufgetürmten Stapeln herausnehmen. FLIP® (Flexible Lifter for Intralogistics and Production) ist ein weiteres fahrerloses Transport-fahrzeug zur Realisierung einer infrastrukturarmen Logistik. Es verfügt über ein innovatives und zum Patent angemeldetes Lastaufnahmekonzept, welches mit geringem aktorischen Aufwand Behälter und Behälterstapel vom Boden aufnehmen kann.

Die derzeitigen Entwicklungen zeigen: „Je weniger Infrastruktur, desto flexibler kann sich das Lager auf sich ändernde Anforderungen einstellen!“

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